Medizinrecht

medizinrecht

§ Arzthaftungsrecht:

Nicht nur bei schweren Verkehrsunfällen oder bei einer „Schönheits-OP“ sondern auch bei der allgemeinen Behandlung durch den Arzt können diesem Fehler unterlaufen, die bei dem jeweiligen Patienten gravierende und im schlimmsten Fall lebenslange Folgen hervorrufen können.
Bei der heute vorhandenen Entwicklung von Behandlungsmöglichkeiten und den Vorgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen ist aus Sicht des Patienten fraglich, ob der vom Arzt gewählte Weg der ärztlichen Kunst entsprach und korrekt angewandt wurde; ökonomische Aspekte aus Sicht der Beteiligten treten immer mehr in den Vordergrund.
Diese Frage stellt sich stets dann dem Patienten, wenn der gewünschte Behandlungserfolg nicht eingetreten ist.

  • Menschliches Handeln ist fehleranfällig.
  • Die Medizin ist keine exakte Wissenschaft.
  • Ein Fehler führt nicht immer zum finalen Schaden.
  • Der Schaden beweist den Fehler nicht.
  • Ein/e Arzt/Ärztin schuldet grundsätzlich keinen Behandlungserfolg.
  • Ein/e Arzt/Ärztin haftet nur bei Fahrlässigkeit oder Vorsatz

Unter dem Begriff Behandlungsfehler (auch nicht ganz korrekt „Kunstfehler“ genannt) sind insbesondere

  • Diagnose-, Therapie- und Operationsfehler
  • Überwachungsverschulden und
  • mangelnde Aufklärung

zu verstehen.

Ein Behandlungsfehler wird im juristischen Sinne definiert als eine nicht angemessene (nicht sorgfältige, nicht richtige oder nicht zeitgerechte) Behandlung des Patienten; dies kann alle Bereiche ärztlicher Tätigkeit (Tun oder Unterlassen) betreffen.

Standard in der Medizin repräsentiert den jeweiligen Stand naturwissenschaftlicher Erkenntnisse und ärztlicher Erfahrung, der zum Erreichen des ärztlichen Behandlungszieles erforderlich ist und sich in Erprobungen bewährt hat.

Das Arztrecht/Arzthaftungsrecht ist nicht spezialgesetzlich normiert. Es gelten die allgemeinen Haftungsgrundsätze aus BGB (und schlimmstenfalls aus dem StGB) und auch prinzipiell die Beweisgrundsätze des Zivilrechts, jedoch treten einige Beweiserleichterungen ein. Für den Patienten kommen Ansprüche aus Behandlungsvertrag und/oder Deliktsrecht § 823/826 BGB in Betracht.

Insofern bedarf es bei nicht eingetretenem Behandlungserfolg einer fachlichen und juristischen Überprüfung, ob und inwiefern ein vom behandelnden Arzt (fahrlässig oder vorsätzlich verschuldeter) zu verantwortender Fehler aufgetreten sein könnte. Ebenso ist hinsichtlich der durchzusetzenden Ansprüche zu erörtern, welche Beteiligten in ein solches Verfahren zu integrieren sind; Krankenhaus, Belegarzt, überweisender Arzt oder Krankenhauspersonal.

Hierbei hilft der mit dem Medizinrecht vertraute Anwalt; auch um die teilweise sehr persönlichen Belastungen abzunehmen und eine professionelle Distanz zu schaffen.